Reichelts völkischer Vorkämpfer

Reichelts völkischer Vorkämpfer

Von der taz nach ganz rechts: Wie NIUS-Redakteur Jens Winter völkische Verschwörungsmythen salonfähig macht.

Team Edelweiss

Wenn wir einen genauen Blick auf die Mitarbeiter:innen-Liste von NIUS werfen, stellt sich schnell heraus: Der Chefredakteur von NIUS, Julian Reichelt, schreckt nicht davor zurück, radikal-völkischen Denker einen Raum zu geben. So wie Jens Winter, der eine wichtige Stimme bei NIUS ist. [1]  

Bis 2025 schreibt Winter noch für Blätter wie die taz [2] oder die jungle world [3]. Heute ist er NIUS-Redakteur und wer seine Texte liest, merkt schnell: Hier passierte weit mehr als ein normaler Meinungswandel. Winter bedient sich rechter Narrative, macht Stimmung gegen Geflüchtete und will so die politische Erzählung nach ganz weit rechts verschieben. Drei Narrative finden sich in seinen Erzählungen:

1. Der weiße Mann als Opfer: Winter wittert überall eine Verschwörung gegen Weiße. Ob im Öffentlich Rechtlichen Rundfunk, bei nTV oder in der Werbung: Für ihn sind Medien schnell Organe einer „anti-weißen Propaganda“. So schrieb er im September 2025: 

In der Redaktion von ntv haben sie komplett die Kontrolle verloren. Dass es unzählige Menschen gibt, die Weiße hassen und deshalb auch ermorden, darf einfach nicht sein.” [4]

2. Die Invasion steht bevor: Im Dezember vergangenen Jahres schrieb Winter: 

'Sieben Männer’. Der Typ wurde mit anderen Syrern von einer Bande Afghanen abgestochen. Wer so titel (sic!) – wie hier die Faz – will offenbar ausländische ethnische Konflikte auf deutschen Boden tragen und Deutschland unbemerkt zu einem Kampfplatz von fremden Männerhorden machen, die hier mit Messern übereinander herfallen und sich selbstverständlich am Ende auch gegen die Kinder und Einheimischen dieses Landes richten. [5]

Damit spielt er auf der Klaviatur der Hetze und malt das Bild der Invasion. Migrant:innen sind für ihn keine Menschen, sondern eine gesichtslose Horde, die ihm sein Land nimmt.

3. Winters Fortpflanzungs-Verschwörung: Im Januar dieses Jahres schmeißt die WELT ihren Chefredakteur Burghard wegen grenzüberschreitendem Verhalten auf der Weihnachtsfeier raus. Winter schreibt dazu: 

Das Verheerende an der Causa Burghard: Wenn wirklich sexuelle Anbahnungen hinter seinem Abgang stehen sollen, hieße das letztlich, dass sich bestimmte Bevölkerungsgruppen in Deutschland nicht mehr fortpflanzen sollen. Dass Linke dieses Ziel verfolgen, steht außer Frage, auf die Zerstörung des Geschlechterverhältnisses zwischen Weißen zielt ein Großteil ihrer Politik. Wenn sich Springer hieran beteiligen sollte, wäre das der endgültige Bruch des Medienhauses mit den Deutschen. [6]

 Was eine Mischung aus Verschwörungstheorie und rechtsextremer Narrative ist, wäre auch nicht weiter beachtenswert, wenn wir es hier nicht mit einem Medium zu tun hätten, das mittlerweile tief in die Mitte der Gesellschaft einwirkt. NIUS stellt sich gern als “unbequemes Medium” dar, hält sich aber explizit nicht an den deutschen Pressekodex. Dieser sieht unter anderem unter Ziffer 12 vor: “Niemand darf wegen seines Geschlechts, einer Behinderung oder seiner Zugehörigkeit zu einer ethnischen, religiösen, sozialen oder nationalen Gruppe diskriminiert werden.” [7] Dass NIUS-Redakteur Jens Winter mit seinen Äußerungen auf seinem X-Account diese Regeln sprengt, ist eindeutig. Und als Redakteur des “unbequemen Mediums” NIUS spiegelt sich damit seine Einstellung indirekt auf die Haltung von NIUS wider – oder eben die von Chefredakteur Julian Reichelt, der die Verantwortung für sein Personal trägt. Das Ziel dahinter ist klar: NIUS will so Schritt für Schritt eine neue, radikal rechte Erzählung bis tief in die Gesellschaft hinein normalisieren. Lästige Pressekodex- Regeln stehen nur im Weg herum und anscheinend schreckt NIUS-Finanzier Frank Gotthardt (CDU-Mitglied) ebenso wenig vor radikalen Stimmen wie Winter zurück wie Julian Reichelt.

Unsere Quellen zu diesem Text: 

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